Neulich habe ich ein neues Hobby entdeckt: Malen. Aber keine Sorge, ich habe nicht plötzlich angefangen, Leinwände zu beschmieren oder auf Strassen mit Kreide Herzen zu zeichnen. Nein, ich bin Künstler der neuen Generation – ein moderner Da Vinci, nur ohne das lästige Talent. Stattdessen habe ich mir eine KI besorgt, die für mich malt. Oder wie ich es nenne: meinen digitalen Praktikanten.
Es fing harmlos an. «Zeichne eine Katze», tippte ich in die Eingabemaske, um zu sehen, was das Ding so kann. Zwei Sekunden später hatte ich ein Bild, das aussah, als hätte Rembrandt in seiner Freizeit auf TikTok gearbeitet. Ich war begeistert. Endlich konnte ich kreativ sein, ohne mich tatsächlich anstrengen zu müssen – ein Traum, der nur knapp hinter der Erfindung von Tiefkühlpizza rangiert.
Doch dann packte mich der Grössenwahn. Warum bei Katzen aufhören? «Male eine Szene, in der Napoleon auf einem Surfbrett eine Avocado jagt. Im Stil des Barock», gab ich ein. Die KI gehorchte – na ja, fast. Was ich bekam, war ein haarloser Chihuahua in einem goldenen Umhang, der aussah, als hätte er zu viele Margaritas gehabt. Kunst ist halt auch für Maschinen Geschmackssache.
Meine Freunde waren skeptisch, als ich ihnen stolz die Ergebnisse zeigte. «Das ist doch keine Kunst! Das hat die KI gemacht!» riefen sie, während sie Filter-Selfies mit Welpenohren auf Instagram posteten. Aha, also KI ist nur dann okay, wenn sie dein Gesicht in eine Cartoon-Figur verwandelt? Ich nenne das digitale Doppelmoral.
Aber der Höhepunkt meiner künstlerischen Karriere kam, als ich entschied, ein eigenes Meisterwerk zu schaffen: «Die Apokalypse, aber mit Flamingos.» Stundenlang arbeitete ich an den perfekten Anweisungen, weil die KI irgendwie alles falsch verstand. Flamingos in Ritterrüstungen? Nein! Ein Flamingo, der die Freiheitsstatue umarmt? Auch nicht! Schliesslich schaffte ich es: Ein Schwarm pinker Flamingos in Lederjacken, die in Zeitlupe durch ein brennendes New York marschieren. Perfekt. Ich nannte es: «Birds of Doom».
Natürlich ging ich sofort einen Schritt weiter und plante meine erste Kunstausstellung. «Künstler trifft Künstliche Intelligenz – eine Reise ins Absurde», nannte ich sie. Es kamen überraschend viele Leute, vermutlich wegen des Gratis-Sekts. «Das ist ja genial!», sagte ein älterer Herr, während er das Bild von Napoleon bewunderte. «Das sagt so viel über den inneren Konflikt des Menschen aus.» «Danke», sagte ich, obwohl ich insgeheim wusste, dass es eigentlich nur ein Tippfehler in meiner Eingabe war.
Aber nicht alle waren begeistert. Ein Kritiker schrieb: «Das ist nicht Kunst, das ist Technik.» Aha, also keine Kunst, weil keine Farbe auf den Fingern klebt? Na, wenn wir so argumentieren, ist das Selfie deiner Katze auf dem Couchtisch dann auch keine Fotografie, sondern ein technisches Versehen.
Die Moral der Geschichte? In einer Welt, in der selbst Kühlschränke schlauer sind als ich, braucht man kein Talent mehr, nur eine gute Eingabemaske und viel Geduld. Meine nächste Idee: Einen Film drehen, in dem Dinosaurier Lasagne backen, während sie über den Sinn des Lebens philosophieren. Und falls jemand fragt, ob ich das alles allein gemacht habe? Natürlich nicht. Ich und meine KI – ein unschlagbares Duo.
Also, falls ihr demnächst ein Bild von mir seht, auf dem eine Schildkröte im Smoking einen Lamborghini fährt, wisst ihr Bescheid: Es ist Kunst. Und ich bin ein Genie.




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