Max kauft sich ein E-Bike – weil die Russen jetzt Zeit für die Schweiz haben

 

Max hat Angst. Nicht vor Inflation, nicht vor dem Klimawandel – sondern vor den Russen.

«Denk doch mal nach», sagt er mit ernster Miene. «Trump ist wieder Präsident. Die Russen haben in der Ukraine nichts mehr zu tun, weil er ihnen einfach das halbe Land geschenkt hat. Und jetzt? Jetzt haben sie Langeweile. Und was macht ein unterbeschäftigtes Russland? Es sucht sich das nächstbeste Ziel. Und das ist – logisch – die Schweiz.»

Ich versuche, ihn zu beruhigen. «Max, warum sollten die Russen die Schweiz angreifen? Hier gibt’s nichts ausser Banken, Uhren und überteuerte Käsefondue-Restaurants.»

Max schüttelt den Kopf. «Eben. Die Banken! Wenn Putin sich die schnappt, kann er seine Generäle endlich mal anständig bezahlen. Und dann stehen wir hier ohne Plan da! Deswegen brauche ich ein E-Bike – für den Fall der Fälle!»

Tja, und so beginnt Max’ Reise in die Welt des postapokalyptischen Individualverkehrs.

Max steht nun vor der alles entscheidenden Frage: Welches Modell rettet ihn vor russischen Panzerdivisionen?

«Ich schwanke zwischen einem fetten Mountainbike mit dicken Reifen für unbefestigte Fluchtwege – oder einem schnellen Rennrad-E-Bike, falls ich auf der Autobahn von Oligarchen-SUVs verfolgt werde.»

Ich überlege. «Es kommt drauf an. Willst du dich eher durch Trümmerfelder und Granatlöcher kämpfen oder mit 50 km/h über verlassene Strassen fliehen, während hinter dir die Kaserne Liestal explodiert?»

Max nickt. «Vielleicht sollte ich einfach zwei kaufen. Eins für die Stadt, eins für die Wildnis.»

Ich klopfe ihm auf die Schulter. Vorausschauend wie immer.

Wie viel Watt braucht ein Weltuntergangs-E-Bike?

«Ich will mindestens 1000 Watt», sagt Max. «Falls ich mal schnell aus einem umkämpften Migros fliehen muss.»

«Max», entgegne ich, «mit 1000 Watt wirst du nicht als Überlebenskünstler angesehen, sondern als rollender Zielmarker für russische Scharfschützen.»

Er überlegt. «Vielleicht 500 Watt? So eine Art Kompromiss-Leistung? Damit bin ich schneller als Fussgänger, aber noch nicht schnell genug, um als Nato-Intervention durchzugehen?»

Ich nicke. Das 9mm-Kaliber unter den E-Bikes.

Dann kommt die wichtigste Frage: Wo will er sein Bike laden, wenn Putin hier das Licht ausknipst?

«Solaranlage», sagt er selbstbewusst. «Ich baue mir eine aufs Dach – oder direkt auf den Rucksack.»

Ich stelle mir Max vor, wie er mit einem 20-Kilo-Solarmodul auf dem Rücken durch die leeren Strassen radelt, während um ihn herum russische Fallschirmspringer landen.

Die lachen sich tot, bevor sie ihm den Rucksack klauen.

«Max», sage ich, «ich glaube, du hast nicht bis zum Ende durchdacht, was du tust.»

Er winkt ab. «Ach was. Hauptsache, ich bin schneller als die anderen, wenn es drauf ankommt.»

Tja, vielleicht sollte er sich doch einfach gleich einen Panzer kaufen.

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