Max vs. Swiss – Eine Tragödie in drei Akten

 

Mein Freund Max hat Flugangst. Und nicht einfach so ein bisschen Unwohlsein, wenn das Flugzeug wackelt – nein, Max ist überzeugt, dass jedes Luftfahrzeug, das er betritt, zur fliegenden Leichenhalle wird. Der einzige Grund, warum er sich trotzdem in eine Swiss-Maschine Richtung London setzen musste, war sein Bruder. Oder genauer gesagt: sein verstorbener Bruder, der leider nicht mehr ausweichen konnte.

Schon Tage vor dem Flug hatte Max begonnen, Statistiken zu studieren. «Wusstest du, dass pro Jahr 0,00004 % aller Flugzeuge abstürzen?» – «Das ist ja fast nichts!» – «Ja, aber ich bin dieser Fehler in der Matrix! Ich bin der eine Typ, der mit einem Flugzeug abstürzt, dann aber überlebt, nur um von einem Föhnsturm in den Genfersee geweht zu werden!»

Am Flughafen Zürich wog Max seinen Koffer dreimal. «Falls das Flugzeug wegen Übergewicht abstürzt, will ich nicht schuld sein.» Dann kaufte er sich eine Lebensversicherung am Kiosk und liess sich am Sprüngli-Stand einen letzten Luxemburgerli-Macaron auf die Zunge legen, als wäre er Napoleon auf dem Sterbebett.

Beim Boarding war Max schweissgebadet. «Falls ich nicht zurückkomme, sag meiner Familie, dass ich immer wusste, dass es so endet.» – «Max, du fliegst mit SWISS. Falls du abstürzt, gibt es wenigstens eine Schoggi und eine pünktliche Entschuldigung per E-Mail.»

Kaum in der Maschine, begann Max, Geräusche zu interpretieren. Das Ping der Sicherheitsgurte? Ein versteckter Code für «Adieu, du Narr, du hast dein Schicksal besiegelt.» Das Summen des Triebwerks? Ganz klar das Geräusch von Schrauben, die sich lösen.

Der Start verlief ruhig. Verdächtig ruhig. «Das ist ein schlechtes Zeichen!» flüsterte Max. «Immer, wenn etwas zu gut läuft, passiert etwas Schreckliches.» – «Ja, Max, das nennt sich ein gelungener Flug

Dann: Turbulenzen.

Max riss sich den Kopfhörer vom Ohr. «Oh mein Gott, DAS IST ES! WIR STERBEN!» Er packte meinen Arm. «SAG MEINER MUTTER, SIE SOLL MEINEN DIESEL NICHT MEINER COUSINE GEBEN!»

Ich versuchte ihn zu beruhigen. «Max, es sind nur Luftlöcher.» – «Und was sind Luftlöcher? LÖCHER! IN DER LUFT! WO LUFT SEIN SOLLTE! DAS IST PHYSIKALISCH INAKZEPTABEL!»

Eine Stewardess kam vorbei. «Möchten Sie noch etwas trinken?» Max klammerte sich an ihren Ärmel. «Ja! Wodka. Nein! Doppelt. Und ein Testament-Formular, falls Sie das an Bord haben.»

Dann kam das Essen. Ich bekam Pasta, Max Panik. «HAST DU GESEHEN? DER PILOT ISST ETWAS ANDERES ALS WIR! WENN UNSER ESSEN VERGIFTET IST?!» – «Max, der Pilot hat Rösti mit Bratwurst bestellt. Du hast extra das Menü mit doppelter Fleischportion genommen. Entspann dich.»

Dann die Landung. Sanft, problemlos. Max blinzelte verwirrt. «… Ich bin am Leben?»

Er sprang auf, riss die Arme in die Luft und rief durch die Kabine:

«ICH HABE SWISS ÜBERLEBT!»

Höflicher Applaus aus der Business Class.

Dann schaute Max mich mit panischem Blick an.

«Scheisse. Ich muss ja auch wieder zurückfliegen.»

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