Neulich stand ich vor der ultimativen Herausforderung des modernen Stadtlebens: dem E-Scooter. Diese kleinen, surrenden Teufelsmaschinen, die irgendwo zwischen futuristischem Spielzeug und rollender Katastrophe angesiedelt sind, haben es irgendwie geschafft, mich gleichzeitig zu faszinieren und zutiefst zu verunsichern. Ich meine, wer hat bitte entschieden, dass diese Dinger, die aussehen wie ein Kinderroller auf Koffein, ein legitimes Verkehrsmittel sein sollen?
In Basel, wo ich mein Leben mehr oder weniger unfallfrei durch die engen Gassen zu jonglieren versuche, sind sie längst ein Teil des Stadtbildes. Und mit «Teil» meine ich: Sie liegen wirklich überall. Trottoirs? Voll. Blumenbeete? Besetzt. Und neulich habe ich sogar einen Scooter gesehen, der dreist in einem Fahrradständer geparkt war – so als würde er denken, er gehöre dazu. Es gibt kaum einen Ort, an dem diese kleinen Störenfriede nicht wie herrenlose Hunde herumlungern.
Letzte Woche zum Beispiel: Ich schlendere friedlich durch den Marktplatz, als ich plötzlich eine E-Scooter-Kaskade entdecke, die den Weg blockiert, als wäre es ein Kunstprojekt mit dem Titel «Urbaner Minimalismus trifft auf maximalen Nervfaktor». Sieben Stück auf 20 Metern, einer davon kopfüber in einem Blumenkübel. Die Szene war so surreal, dass ich fast erwartet habe, dass Banksy irgendwo aus einer Ecke springt und «Gotcha!» ruft.
Natürlich sind es nicht nur die abgestellten Scooter, die für Chaos sorgen – oh nein, die Fahrer sind eine eigene Liga. Da gibt es die selbsternannten Fast & Furious-Stars, die mit gefühlten 300 km/h durch Fussgängerzonen rasen, als gäbe es eine geheime E-Scooter-Weltmeisterschaft. Und dann die Planlosen, die mitten auf dem Trottoir anhalten, um auf Google Maps nach dem nächsten hippen Café zu suchen, während sie alle anderen zum Slalom zwingen. Und mein persönlicher Favorit: die Parkchaoten. Diese Menschen betrachten E-Scooter offenbar als eine Art Streetart. Mal abgestellt vor Hauseingängen, mal direkt in der Mitte eines Zebrastreifens – man könnte meinen, sie hätten einen Preis für «kreativste Verkehrsbehinderung» gewonnen.
Und jetzt kommt der Hammer: Diese Epidemie hat nicht nur Basel befallen, sondern macht auch vor dem ländlichen Idyll keinen Halt. Letzthin habe ich hier in Oberdorf (!) – dem Mekka der Beschaulichkeit – einen Scooter entdeckt, der mitten auf einer verschneiten Wiese wie ein verlorener Pinguin herumstand. Daneben eine Frau mit Hund, die so fassungslos dreinblickte, als hätte das Ding gerade versucht, einen Schneemann zu bauen.
Natürlich stellt sich die Frage: Was machen wir damit? Abstellzonen? Strenge Regeln? Ich habe einen besseren Vorschlag: Wie wäre es mit einem E-Scooter-Führerschein, bei dem man einen Parktest absolvieren und mindestens drei alte Damen unfallfrei umkurven muss? Bis das passiert, werde ich wohl weiterhin durch die Stadt schlendern – immer mit einem misstrauischen Blick auf das nächste Surren hinter mir. Denn eines ist sicher: E-Scooter mögen umweltfreundlich sein, aber mein Nervenkostüm haben sie schon längst ruiniert.




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